16.08.16 | Alter: 284 Tage
| Von: Felix Ramberg

PM 10/16 - Akkreditierungswesen muss sich daran orientieren, die Qualität von Studiengängen zu verbessern - Studentisches Positionspapier zur Akkreditierung

Hochschulpolitik, Pressemitteilung KSS

Die Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (KSS) teilt die studentischen Forderungen zur Neugestaltung der Akkreditierungen, welche Anfang August auf der Konferenz zur Evaluierung des Akkreditierungswesen erarbeitet worden sind.

Dabei arbeiteten neben Vertreter*innen der KSS auch weitere Mitglieder Pool tragender Organisationen an der Erstellung des Positionspapiers mit. Mehr Transparenz, stärkere studentische Partizipation und zentrale Schulungen für alle Beteiligten stellen die Kernaussagen des Papiers dar. „Die Tatsache, dass sich jedwede Neustrukturierung des Akkreditierungswesens in erster Linie daran orientieren muss, zur Verbesserung der Studierbarkeit von Studiengängen und deren Qualitätssicherung und -entwicklung beizutragen, steht dabei im Vordergrund” so Felix Ramberg, Sprecher der KSS.

Durch Akkreditierungen von Studiengängen soll sichergestellt werden, dass diese studierbar sind und bleiben. Dabei ist es essentiell, dass diese Richtlinien entsprechen, damit beispielsweise die Mobilität der Studierenden sichergestellt werden kann. In Sachsen sind derzeit nur 24,4% aller Studiengänge akkreditiert, wobei der Bundesdurchschnitt bei 55%. „Sachsens dringender Nachholbedarf wird hier noch einmal erkenntlich. Akkreditierungen stellen einen Teil der Qualitätssicherung dar und sollen somit den Studierenden auch Qualität fürs Studium garantieren. Dieser sächsische Umstand zeigt eher in die Gegenrichtung!", so Paul Hösler, ebenfalls Sprecher der KSS. „Die Wissens- und Kenntnisstände der Beteiligten innerhalb eines Verfahrens divergieren zum Teil sehr stark. Eine qualitativ hochwertige gemeinsame Schulung aller Gutachter*innen sichert auch die Qualität der Akkreditierungsverfahren", ergänzt Ramberg. Die KSS sieht ebenfalls die studentische Partizipation innerhalb der Verfahren als ausbaufähig an. „Es ist zwingend notwendig, die studentische Stimme in den Verfahren zu stärken. Wir fordern, dass mindestens zwei legitimierte studentische Vertreter*innen an den Verfahren beteiligt sind. So kann sichergestellt werden, dass die Expertise der direkt von Studiengängen Betroffenen nicht als Einzelmeinung abgetan und ignoriert wird” so Hösler weiter.

Die Kriterien zur Bestimmung von Studienqualität bedürfen der Konkretisierung. Zur Sicherung der Studierbarkeit ist zum Beispiel ein Qualitätsmanagementsystem mit einer flächendeckenden Evaluation des Workloads erforderlich. Dazu sind Verfahren zu etablieren, die aus den Ergebnissen der Workloadevaluationen Konsequenzen für eine ständige Fortentwicklung des Studiengangs ableiten. „Ein breites Angebot an Weiterbildungsmaßnahmen für Lehrende im Bereich Didaktik und Prüfungsgestaltung wäre eine notwendige Voraussetzung für Qualitätssicherung und -entwicklung von Bachelor- und Masterstudiengängen”, führen Ramberg und Hösler abschließend aus.

Die KSS vertritt als gesetzlich legitimierte Landesstudierendenvertretung alle 106.000 Studierenden an Sachsens staatlichen Hochschulen.


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