Regelungen für das Wintersemester 2021/22

Nach drei fast ausschließlich digitalen Semestern gibt es mit steigender Impfquote, besonders unter uns Studierenden, aber auch der Gesamtgesellschaft, endlich wieder die Hoffnung auf mehr Präsenz. Darüber sind sich auch die sächsischen Hochschulen und das Wissenschaftsministerium einig und haben ein Eckpunktepapier mit empfohlenen Regelungen an den sächsischen Hochschulen ausgearbeitet, die mehr Präsenz im Wintersemester ermöglichen werden.

Hier kurz und knapp die Empfehlungen der LRK und des SMWK. Das komplette Dokument könnt ihr hier nachlesen.

  • Präsenzlehre: Es soll ein möglichst großer Anteil der Lehre und Prüfungen in Präsenz stattfinden. Wenn möglich, sollen hybride Lehrformen auch angestrebt werden.
  • Hygienekonzept: Jede Hochschule hat ein eigenes Hygienekonzept, welches kontinuierlich angepasst werden sollte. Die Regelungen zu Mindestabständen und zum Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung aus rechtlichen Bestimmungen wie der Corona Schutzverordnung sollen berücksichtigt werden. Das 3G-Prinzip sowie Kontaktdatenerfassung sind weitere Grundlage für einen Präsenzbetrieb.
  • Impfungen: Die Impfquote unter den Hochschulangehörigen soll möglichst hoch sein. Dafür sollen Maßnahmen zur Steigerung der Impfquote und Umfragen zur Erhebung der aktuellen Lage erfolgen. Einige Hochschulen bieten auch weiterhin Impfmöglichkeiten am Campus an.
  • 3G-Regelung: Nach Möglichkeit sollten die Nachweise über die Impfung, Genesung und Testung kontrolliert werden.

Wir freuen uns über die Bestrebungen der Hochschulen, Präsenz möglichst sicher anzubieten, weisen jedoch weiterhin darauf hin, dass niemand vergessen werden darf. Wir Studierende wurden das in den letzten Semestern zu oft. Daher hat der Landessprecher*innenrat (LSR) der KSS in seiner 9. Sitzung dieser Amtszeit einen entsprechenden Beschluss über die nun aus unserer Sicht notwendigen Maßnahmen gefasst. Die Pressemitteilung zum Beschluss ist hier nachlesbar.

Zusammengefasst fordert die KSS:

 

Konsistente und einheitliche Regelungen:
  • die Regelungen werden landesweit untereinander abgestimmt und sind an Hochschulen mit ähnlichen Voraussetzungen vergleichbar
  • Regelungen, insbesondere, wenn sie abhängig vom Infektionsgeschehen sind sollten auch an den einzelnen Hochschulen selbst nachvollziehbar sein, zu konsistenten Entscheidungen führen und zum Beginn des Semesters klar und transparent kommuniziert werden
Abhängigkeit von Impfquote und Ressourcen
bei der Planung von Präsenzveranstaltungen sollten insbesondere beachtet werden:
  • die Impfquote unter den Mitgliedern der Hochschulen, insbesondere den Studierenden
  • die Ressourcen bzgl. der Räumlichkeiten (Lüftungsanlagen, Möglichkeiten zu Hybridlehre)
Priorisierung der Präsenzlehre
  • priorisiert sollten Seminare und Übungen präsent stattfinden, während Vorlesungen auch weiter digital angeboten werden können
  • alle Jahrgänge von Studierenden sollten die Möglichkeit zur Teilnahme an Präsenzveranstaltungen erhalten
  • eine Priorisierung der Erstsemester*innen sollte nur bei erhöhtem Infektionsgeschehen erfolgen 
Anwendung der 3G-Regelung
  • 3G (geimpft, genesen, getestet) sollte möglichst flächendeckend kontrolliert werden
  • bei lückenloser Kontrolle können weitere Maßnahmen (Maske, Abstand, Lüften) gelockert werden
  • bei keiner flächendeckenden Kontrolle:
    • stichprobenartige Kontrolle sollte zumindest zwingend umgesetzt werden
    • umfassende Einhaltung weiterer Maßnahmen (Abstände, Lüften) ist weiterhin notwendig
  • von einer Speicherung der Daten muss unbedingt abgesehen werden
Impfungen
  • die Hochschulen sollten weiterhin niedrigschwellige Impfangebote machen
  • Anreize zum Impfen – bevorzugt positive – sollen geschaffen werden
  • die Impfquoten sollten bestenfalls an allen Hochschulen per Umfrage vor Semesterstart ermittelt werden
  • Austausch auf Landesebene soll weiterhin intensiv stattfinden, um Erfahrungen auszutauschen
Ausgleichsregelungen für notwendige digitale Formate
  • es sollen ausreichend Aufenthaltsmöglichkeiten an den Hochschulen zur Verfügung gestellt werden (z.B. zur Vermeidung von Ortswechseln beim Wechsel zwischen digitalen und präsenten Formaten)
  • alle digitalen und präsenten Veranstaltungen sollen aufgezeichnet und asynchron zur Verfügung gestellt werden können
Ausgleich der weiterhin existierenden Nachteile für Studierende

weitere Regelungen, um Nachteile für Studierende zu vermeiden, die noch nicht in Präsenz an Lehrveranstaltungen teilnehmen können (z.B. Menschen, die sich oder Angehörige nicht impfen lassen können oder ausländische Studierende, die sich noch im Heimatland aufhalten, Studierende, denen das Risiko prinzipiell noch zu hoch ist oder Studierende, die vor einer Wiederaufnahme des Studiums im “Normalbetrieb” weitere Nachwirkungen des Coronavirus aufholen müssen)

  • zu jeder präsent stattfindenden Lehrveranstaltung soll es, z.B. durch Aufzeichnung oder Mehrgleisigkeit verschiedener Formate, eine qualitativ vergleichbare digitale Alternative geben
  • weitere Verlängerung der Regelstudienzeit
  • weitere Anwendung der Sonderregelungen wie Freiversuche im Wintersemester
    • zur Schaffung einer Übergangsphase zurück zum Normalbetrieb
    • zum Aufholen bisher geschobener Prüfungsleistungen
    • zum Ankurbeln des Studienerfolges nach Corona

Beschlusstext:

Auch wenn lokale Voraussetzungen und Unterschiede eine Rolle spielen, ist darauf zu achten, dass die Regelungen landesweit abgestimmt sind und bei vergleichbaren Hochschulen möglichst konsistent umgesetzt werden. Dafür muss auch gewährleistet sein, dass alle getroffenen Regelungen über das Semester hinweg konsistent und nachvollziehbar bleiben. Diese müssen also entweder über die gesamte Laufzeit des Semesters hinweg gleich bleiben oder es erfolgt eine transparente und nachvollziehbare Darlegung vor Semesterbeginn, welche Regelungen bei welchen Kriterien des Infektionsgeschehen gelten.
Faktoren wie die Impfquote der Hochschulmitglieder, welche bestenfalls landes- bzw. universitätsweit erhoben wird und räumliche Ausstattung im Sinne des Infektionsschutzes, z.B. Belüftungsanlagen müssen bei der Festlegung von Regelungen berücksichtigt werden. Priorität ist den Lehrformaten einzuräumen, von denen bei der Durchführung in Präsenz ein gesteigerter Kompetenzerwerb zu erwarten ist. Das betrifft unter anderem Seminare und Übungen – während Vorlesungen bei knappen Kapazitäten und sonst hohem Präsenzanteil im Studiengang weiterhin digital durchgeführt werden sollten.
Falls ein hoher Präsenzanteil für alle Studierenden gewährleistet werden kann, müssen Studierende der ersten Semester nicht mehr priorisiert, sondern allen Jahrgängen vergleichbare Zeit in Präsenz zugestanden werden. Ist durch ein erhöhtes Infektionsgeschehen erneut nur wenig Präsenz möglich, sollte darüber nachgedacht werden, den ersten Semestern wieder Priorität bei präsenten Formaten einzuräumen.
Zum Schutz der Studierenden sollte flächendeckend die 3G-Regelung (geimpft, getestet, genesen) kontrolliert werden. Falls dies bei allen Teilnehmenden einer Lehrveranstaltung überprüft werden kann, können andere Maßnahmen, wie das Einhalten von Abständen oder regelmäßiges Lüften, gelockert werden. Aus datenschutztechnischen Gründen muss bei der Kontrolle der 3G-Regelung von einer Speicherung der Daten zwingend abgesehen werden. Falls eine Kontrolle aller Teilnehmenden nicht möglich ist, sollte diese zumindest stichprobenartig erfolgen. In diesen Fällen sind andere Hygienemaßnahmen (Einhaltung der Abstände, regelmäßiges Lüften etc.) vollständig umzusetzen.
Auch die Hochschulen sollten dazu beitragen, dass sich möglichst viele ihrer Mitglieder impfen lassen. Dementsprechend müssen weiterhin niedrigschwellige Impfangebote an den Campus angeboten und Anreize, bevorzugt positiver Natur, gesetzt werden. Der Austausch auf Landesebene sollte dazu dienen Best-Practice-Beispiele auszutauschen.
Für die Studierenden vor Ort muss auch der möglicherweise häufige Wechsel zwischen digitalen und präsenten Formaten bedacht werden. Dafür haben die Hochschulen mehr Aufenthaltsmöglichkeiten an den Campus zur Verfügung zu stellen und nachdrücklich dafür zu sorgen, dass alle digitalen Formate aufgezeichnet und später zur asynchronen Lehre zur Verfügung gestellt werden.
Für Studierende, die nicht an Präsenzformaten teilnehmen können oder wollen, zum Beispiel, weil sie sich nicht impfen lassen können oder noch in ihren Heimatländern sind, sind für alle präsenten Formate möglichst gleichwertige digitale Formate anzubieten. Das bedeutet, dass präsente Formate entweder aufgezeichnet und später digital zur Verfügung gestellt werden oder bei mehrgleisigen Lehrveranstaltungen eine bedarfsgerechte Anzahl direkt digital angeboten wird. 
Da diese flächendeckenden digitalten Angebote sicherlich nicht überall ermöglicht werden können, können weiterhin nicht alle Nachteile für Studierende ausgeglichen werden. Deswegen sprechen wir uns für die erneute Regelstudienzeiterhöhung durch das Ministerium, sowie die Verlängerung der Sonderregelungen, wie die Nichtanrechnung nicht bestandener Prüfungsleistungen, an den Hochschulen aus. Außerdem soll so ein möglichst guter Übergang in den Normalbetrieb ohne Sonderregelungen sowie das Nachholen geschobener Prüfungsleistungen ermöglicht werden.

Begründung:
 

Durch die Impfungen können derzeit der gesamten Gesellschaft mehr Freiheiten gegeben werden. Die Studierenden sind nach drei überwiegend digitalen Semestern vor allem psychisch stark belastet und es gibt beinah flächendeckend den großen Wunsch in der Studierendenschaft wieder in Präsenz zurückzukehren. Abhängig davon, wie hoch die Quote der Geimpften unter den Studierenden tatsächlich ist, scheint dies auch realisierbar. Dabei müssen jedoch einige Dinge beachtet werden. Allen voran Studierende, die sich nicht impfen lassen können oder die gefährdetere Angehörige betreuen bzw. pflegen und internationale Studierende müssen berücksichtigt werden. Deswegen braucht es bei nicht zu realisierender Kontrolle von 3G weiterhin hohe Schutzmaßnahmen, sowie digitale Alternativen. All dies wird dennoch nicht reichen um alle Nachteile auszugleichen, weswegen auch die Sonderregelungen zu verlängern sind. Auch darüber hinaus werfen hybride Lehre oder die nötigen Kontrollen Probleme auf, die von diesem Antrag abgedeckt werden sollen.