Doppelt vernachlässigt

Kunst- und Musikstudierende ohne kurzfristige Hilfe und mit Zukunftsangst

Bereits im November reagierten die Studierendenräte (StuRä) der Hochschule für Musik Dresden (HfM Dresden) und Hochschule für Musik und Theater Leipzig (HMT Leipzig) mit einer gemeinsamen Stellungnahme auf die Beschlüsse zur Schließung der Kultureinrichtungen [1]. Während der Einzelhandel geöffnet blieb, wurden Konzerte komplett untersagt. Sie beschreiben die prekäre Lage der Musik- und Schauspielstudierenden in der Corona Pandemie. Darüber hinaus kritisieren sie, dass der Kultur durch die politischen Maßnahmen seitens der Entscheidungsträger*innen kein hoher Stellenwert beigemessen wird und ihnen zu wenig Unterstützung zu Teil wird. Die Voraussetzungen haben sich seit November nicht verbessert. Die Studierenden unterstützen die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ausdrücklich. Jedoch fehlt es ihnen sowohl als Studierenden als auch als Kunstschaffenden nach wie vor nicht nur an finanziellen Hilfen, sondern zunehmend auch an einer Perspektive für den Wiederaufbau des Kulturbetriebs.

Stella Heutling, Sprecherin des StuRa HMT Leipzig, dazu: „Sowohl die finanziellen Hilfen für Studierende als auch die für Kunstschaffende wurden in den letzten Monaten immer wieder zu Recht heftig kritisiert. In beiden Fällen fehlt ein schneller, einfacher und unbürokratischer Zugang. Die Hilfen kommen nicht bei allen an, die sie brauchen. Damit werden wir als Kunst- und Musikstudierende doppelt im Regen stehen gelassen. Denn gerade wir können unsere Nebenjobs als Korrepetitor*innen, Künstler*innen oder Aushilfen in Kulturhäusern nicht mehr ausüben und erfahren kaum staatliche Unterstützung. Nun müssen wir außerdem noch während unserer Ausbildung den Verfall der Kulturszene beobachten. Viele Kulturbetriebe werden sich nach der Krise nicht so schnell oder gar nicht mehr erholen. Damit fehlt uns die spätere Lebensgrundlage und unsere Perspektive geht verloren. Es braucht dringend einen Ausbau der Unterstützungen für Künstler*innen und Studierenden.“

Marie Bieber, Referentin für Hochschulpolitik im StuRa der HfM Dresden, ergänzt: „Letztes Jahr wurde bei den nötigen Corona Maßnahmen der Wirtschaft immer wieder der Vorzug vor der Kultur gegeben. Seit mittlerweile knapp 10 Monaten konnten nahezu keine Konzerte gespielt werden, keine Bühnenaufführungen stattfinden, war kein kultureller Austausch möglich. Dabei ist Kultur für unsere Gesellschaft unerlässlich. Sie bietet die Möglichkeit zur Entfaltung, Persönlichkeitsentwicklung oder Gemeinschaftsbildung. Sie schafft Raum zur Meinungsdiversität und reflektiert gesellschaftliche Zustände. Damit ist Kultur systemrelevant! Wir fordern deshalb sobald Öffnungen wieder möglich sind, dass diese im kulturellen Bereich stattfinden müssen.“

[1] https://cloud.kss-sachsen.de/s/Z6Jt1jtJsmtIFfn

Die Pressemitteilung ist auch als .pdf verfügbar.

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